Herr von Ribbeck besucht am 21. März unsere Gemeinde

Der Dichter Theodor Fontane setzte einst dem freizügigen Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland mit seinem gleichnamigen Gedicht (siehe unten) ein Denkmal: In den Zeiten der kleinen Eiszeit, als nicht nur süße Früchte in Deutschland rar waren, verschenkte Hans-Georg  von Ribbeck seine süßen Birnen an die armen Kinder im Dorf. Der heutige Nachfahre des ehemaligen Gutsherr Friedrich-Carl von Ribbeck verschenkt nun weniger Birnen an arme Kinder, er schenkt unserer Gemeinde Pegau gleich einen ganzen Birnbaum! [siehe den Artikel: Pegau pflanzt Melanchthonbirne] Denn bei den historischen Birnen in Ribbeck handelt es sich um die gleiche Sorte wie bei der berühmten Pegauer Melanchthonbirne. Bei dem Festakt zur Pflanzung der Melanchthonbirne wird Friedrich-Carl von Ribbeck übrigens persönlich anwesend sein und der Gemeinde Pegau eine von ihm nachgezogene Melanchthonbirne überreichen. Der Festakt am 21. März beginnt um 14 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der St. Laurentiuskirche zu Pegau. Gegen 15 Uhr wird das Bäumchen im Pfarrgarten gepflanzt. Daran anschließend gibt es historische Musik, Vorträge über die Melanchthonbirne zu Pegau und Kaffee und Kuchen.

Für die Kinderbetreuung während der Vorträge sorgt der Lichtblick e.V. Markkleeberg.

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Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was er damals tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Theodor Fontane

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