Glauben

Bei Fragen zum christlichen Glaubensleben treffen Sie bitte Ihre Auswahl oder kontaktiern Sie Pfr. Dr. Reiprich (unter Kontakt). In unserem Kirchspiel werden auch regelmäßig Glaubenskurse angeboten.

gb-ok„Ich bin so frei …“
Gedanken zum Monatspruch Oktober

Mit der Freiheit ist es so eine Sache. Das Jahr 1989 fällt mir dazu ein – der Fall der Mauer. Oder das Gefühl am Antritt einer Urlaubsreise, wenn die Verpflichtungen des Alltags weit weg gerückt sind. Freiheit – das bedeutet aber auch die Fähigkeit, etwas sein zulassen: Eine unangenehme Gewohnheit zum Beispiel.
Freiheit, dass ist wohl vor allem eine innere Einstellung – eine innere Größe. Sie findet sich, wo es mir gelingt, anderen abzugeben oder einem Menschen zu verzeihen. Es ist die Größe, sich von Ängsten und Sorgen frei zumachen. Es ist schließlich auch die Größe, sich vom eigenen Versagen und Fehlverhalten nicht entmutigen zu lassen.
Der Wochenspruch für den Monat Oktober sagt: Solche Freiheit findest du im Glauben. Solche Freiheit schenkt dir Gott durch seinen Geist. In einer solchen Freiheit kannst du leben, wo du in Jesus Christus deinen Herren erkennst, wo du dein Leben in seiner Hand weißt.

Wo der Geist der Herrn ist, da ist Freiheit.
(2. Korinther 3,17)

Derjenige, der das sagt, ist der Apostel Paulus. Er bezeichnet sich – so paradox das zunächst klingt – in aller Freiheit als „Sklave Jesu Christi“ (Phil 1,1) und fühlt sich demzufolge frei gegenüber allen Machtansprüchen dieser Welt. Er fühlt sich durch Jesus Christus frei von der Macht der Schuld. Er fühlt sich frei von der Macht des Todes. Er weiß sich geborgen und gehalten in Gott und kann so mutig und angstfrei leben und handeln.
Auch Martin Luther, an dessen Botschaft wir uns am Ende dieses Monats erinnern, lebt und handelt in dieser großen Freiheit des Glaubens. In einer seiner berühmtesten Schriften sagte er: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan.“ Zugleich weiß er aber auch, dass diese Freiheit in Christus immer eine Freiheit der Liebe ist. Eine Freiheit der Liebe, die die innere Größe hat, sich zu verschenken. Deshalb sagt er im gleichen Atemzug: „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Gemeint ist hier eben jene innere Freiheit, für andere da zu sein und demjenigen nachzufolgen, der uns die Freiheit von aller Angst und sogar von der Macht des Todes schenkt: Jesus Christus.
Ihr Pfr. Dr. Torsten Reiprich

 

 

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