Stadtkirche St. Laurentius Pegau

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Treten Sie ein! 

Sie sind herzlich eingeladen unsere Stadtkirche in Pegau  mit dem originalen Kenotaph Wiprecht von Groitzsch zu besichtigen. Es handelt sich um eine der schönsten Kirchen unserer Region! – Ein lohnendes Ausflugsziel in der Nähe Leipzigs (ca. 30 Minuten von Leipzig entfernt)

Öffnungszeiten von Mai bis Oktober 2018:
Dienstags, 9.00 – 13.00 Uhr
Donnerstags, 9.00 – 13.00 Uhr
Samstags, 11.00 – 17.00 Uhr
Sonntags, 11.00 – 17.00 Uhr

Ein besonderes Erlebnis ist darüber hinaus der Besuch der Kirche zu einem unserer Gottesdienste, immer wieder sonntags, 10.15-11.15 Uhr.
Kirchenführungen müssen rechtzeitig vorher im Pfarramt angefragt werden.

***

Nach Gründung des Klosters Pegau durch Wiprecht II. (Wiprecht von Groitzsch) blühte die Stadt auf. Bereits unter Abt Windolf (1101 – 1150) entstand beim Kloster eine Kaufmannssiedlung, die sich Mitte des 12. Jahrhunderts mit einer dem St. Laurentius geweihten romanischen Westwerk-Hallenkirche zu einer Stadt entwickelte. 1382 fiel die Stadt und mit ihr auch die Laurentiuskirche einem Stadtbrand zum Opfer. Von der Kirche überstanden nur Teile des Westwerkes den Brand und wurden in den Neubau einbezogen. Kriege und Pestepidemien verzögerten den Baufortschritt, so dass der Wiederaufbau über achtzig Jahre dauerte. Am Vorabend des Jakobstages, am 24. Juli 1463, wurde der Bau geweiht. Es entstand die spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit kunstvollen Deckengewölben, reich verzierten Fenstern, einem lichtdurchfluteten Chor und prächtiger Ausmalung, wovon ein Fresko an der Nordwand des Chores mit Szenen aus dem Leben Jesu, eine Darstellung des Schweißtuches der Veronika über dem Triumphbogen des Mittelschiffes und die Ausmalung des Gewölbes als Paradieswiese erhalten sind. Das mit einer Kreuzblume bekrönte Sakramentshäuschen (Tabernakel), das der Aufbewahrung der gewandelten Hostien diente, ist eine Arbeit der Rochlitzer Bauhütte. Aus der gleichen Zeit stammt das Chorgestühl. Der die Silhouette der Stadt prägende Kirchenbau hatte ein hohes Satteldach mit Dachreiter und die beiden Westtürme trugen Spitzdächer.

Am Anfang des 17. Jahrhunderts ließ die Pegauer Gemeinde eine neue Kanzel und einen neuen Altar anfertigen, die der neuen Weise zu glauben Ausdruck verleihen und das Evangelium bildhaft darstellen sollten. Die Kanzel war 1616 fertig. Sie wird von Statuen geschmückt, die die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes darstellen, zwischen ihnen Christus und außen St. Laurentius, den Schutzpatron der Kirche. Der Schalldeckel wird von der Figur Christi mit der Siegesfahne in der Hand bekrönt.

Der neue Hochaltar, ein Werk des Malers Jacob Wendelmuth und des Bildhauers Jacob Meinhardt, wurde 1621 geweiht. Die Altarbilder zeigen das Heilige Abendmahl, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi, seitlich die Figuren von Mose und dem Apostel Paulus, König David und Johannes dem Täufer. Figuren und Malereien stellen Altes und Neues Testament, Gesetz und Evangelium gegenüber. Außergewöhnlich ist das Hauptbild des Altars „Der Spiegel der Rechtfertigung“. Es ist nach einem Kupferstich von Jost Amman (1585) gemalt und behandelt auf belehrende Weise die Rechtfertigungslehre.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Pegauer Kirche 1644 teilweise zerstört. Dachstuhl und Türme brannten aus, die Glocken zersprangen. Nachdem der Bau nach dem Krieg zunächst nur provisorisch mit Stroh gedeckt werden konnte, erhielt er 1660 ein neues hohes Ziegeldach. Auf die Türme wurden barocke Hauben mit Laternen aufgesetzt. Zwei der neuen Glocken, die damals angeschafft wurden, läuten noch heute und rufen die Einwohner zum Gebet und Gottesdienst.

Die Orgel ist ein Werk des Bornaer Orgelbauers Urban Kreutzbach von 1855. Das Instrument wurde im Hauptwerk mit 15, im Oberwerk mit elf und im Pedal mit neun Registern aufgeführt. Der Orgelprospekt stammt aus der Zeit der letzten großen Renovierung im Jahre 1934. Bei dem Instrument handelt es sich um die größte erhaltene Orgel von Urban Kreutzbach [>>> weitere Infos siehe hier]

Die Außenseite des Kirchenschiffes schmücken vier Statuen am Südportal. Sie wurden 1897 angebracht und zeigen den Klostergründer Graf Wiprecht, Heinrich den Frommen, der die Reformation in Sachsen einführte, den Reformator Martin Luther und den Heiligen Bonifatius, durch den das Christentum in unser Land kam.

In einem Gewölbe des Turmes befindet sich das Kenotaph Wiprecht II. (Graf Wiprecht von Groitzsch – *ca. 1050 +22.5.1124), ein Meisterwerk der obersächsischen Bildhauerschule. Das Kenotaph (Schein Grab Wiprecht) ist eine der wichtigsten romanischen Skulpturen im sächsischen Kunstraum. Das Werk für den Stifter des Pegauer Klosters wurde um 1230, etwa hundert Jahre nach dessen Tod wahrscheinlich im Auftrag des Abtes Siegfried von Reckkin von einem unbekannten Künstler geschaffen. Wiprecht II. wurde in idealisierter Gestalt dargestellt.

Das Grabmal zeigt eine Stilverwandschaft zu Werken im Freiberger Dom. Das Kenotaph befand sich ursprünglich vor dem Chor in der Klosterkirche. Die Mönche begingen alljährlich am 22. Mai die Memoria (das Todengedächtnis) des Klosterstifters. 1556 wurde dieses einzigartige Kunstwerk vor dem Abbruch der Klosterkirche gerettet und in die St. Laurentius-Kirche überführt. Bei der Plünderung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg durch Tilly am 23. August 1631 wurde es wahrscheinlich kostbarer Edelsteine beraubt, die Gewand und Schild geschmückt hatten. 1869 wurde das Werk restauriert.

In der Laurentiuskirche feiert die Gemeinde in der Regel jeden Sonntag 10.15 Uhr Gottesdienst, aller vierzehn Tage mit Abendmahl. Vom 1. Sonntag nach Epiphanias bis zum Palmsonntag ist Gottesdienst im Gemeindesaal des Lutherhauses (Grünes Tal 3).

Fotos: Pfr. Dr. Torsten Reiprich (Zum Vergrößern anklicken)

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Treten Sie ein, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Ev.-luth. Kirchspiel Pegau

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